Stoffgemische, Igel und eine Titanic

Naturwissenschaftlicher Wettbewerb am Humboldt Gymnasium 2013

Egal in welchen Fachbereich man reinschaut, ob Bioraum, Physikraum oder Chemielabor, die Atmosphäre bleibt die gleiche: produktives Gemurmel, sonst konzentrierte Stille.

Seit den 90ziger Jahren gibt es den Physikwettbewerb am Alexander von Humboldt Gymnasium Eberswalde und im Schuljahr 2007/2008 wurden die anderen Naturwissenschaften dazu genommen. Und jetzt heißt es für die Jahrgangsstufen 9 und 10 Aufgaben in Physik, Chemie und Biologie zu bewältigen. In jedem Fachbereich gibt es einen praktischen Aufgabenteil und einen theoretischen. So gilt es zum Beispiel für die 10. Klassen in Chemie anhand von Reaktionen Salze zu identifizieren. Natürlich nicht ohne Vorüberlegungen:  Welches Salz reagiert wie mit welchem Nachweismittel? Während die eine Hälfte des Viererteams der 10/1 sich über den Versuchsaufbau beugt, sitzen die andern noch über dem theoretischen Teil, dem Stoffgemischquiz. Die 9. Klassen haben einen anderen Themenbereich. Ein Experiment zu Redoxreaktionen wurde schon durchgeführt, nun werden die Aufgaben noch einmal zusammen überdacht. Ein gemeinsames Rätseln über Bindungsarten. Jede Klasse der Jahrgangsstufen 9 und 10 entsendet ein Team mit je 4 Schülern, ob nur Mädchen oder nur Jungen ist egal, aber meist sind die Gruppen gut durchmischt. Jedes der insgesamt 7 Teams rotiert einen Tag durch die verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereiche. Arbeitsteilung ist wichtig, denn die Aufgaben sind nicht einfach und oft auch nicht Teil des Unterrichts. So auch in Biologie. Wieder gibt es verschiedene theoretische Aufgaben für die jeweiligen Jahrgangsstufen, doch der praktische Teil ist ähnlich. Sie haben einen gemeinsamen Gast: einen Igel. Was sind seine Beutetiere? Zum Beispiel Regenwürmer. Wie reagieren diese auf äußere Einflüsse? Eine Taschenlampe steht bereit. Doch auch hier ist ein gewisses Allgemeinwissen nötig. Zusammenhänge in der Ökologie müssen erkannt werden, die der normale Unterricht nicht immer abdeckt. Aber das Ziel des Wettbewerbs ist es nicht alle Aufgaben perfekt zu lösen. Die Schüler und Schülerinnen sollen gefordert werden, es geht auch um den Spaß am Rätseln und Nachdenken und das Interesse an den Naturwissenschaften.
Wer Sieger in der Gesamtwertung ist, wird erst vor den Weihnachtsferien vom Weihnachtsmann verkündet. Aber die praktischen Aufgaben in Physik werden am Ende des Tages schon ausgewertet. Neben Sachaufgaben und Berechnungen ging es hier darum, etwas zu bauen. Für die 9. Klassen ein Schiff, das möglichst viel trägt ohne unterzugehen und für die 10. eine Brücke, die möglichst viel trägt ohne zu brechen.  Und genau das wird dann getestet. Alle 7 Teams finden sich im Fachraum Physik ein und auch ein Elternvertreter der Fachkonferenz Physik, Herr Doktor Müller ist vor Ort, um „uns ein wenig auf die Finger zu schauen“, wie Frau Mittner ihn vorstellt, die Physiklehrerin, die die Auswertung gemeinsam mit Physiklehrer Herrn Olschewski leitet. Die Brücken werden zuerst beladen. Die Materialien die den Schülern zur Verfügung standen, waren nicht mehr als Papier, Pappe, Kleber  und Bindfaden. Doch die Ergebnisse lassen sich sehen. Als kreativste wird die Brücke der 10/L gekürt und letztendlich ist auch diese Brücke am meisten belastbar: 7kg trägt der Wagen bevor die Brücke sich zu weit durchdrückt. Auch die 9. Klassen hatten nur Papier, Pappe und Kleber um ein Schiff zu bauen, dass nicht sinkt. Und daran scheiterte schon ein Team, das andere Boot ließ sich nicht beladen und so machte die „Titanic“ der 9/1 mit 1,9kg Last das Rennen und wurde auch als schönstes Werk ausgewählt. Und mit dieser Auswertung endet ein abwechslungsreicher, interessanter aber auch anstrengender Tag für die Schüler und Schülerinnen des Humboldt Gymnasiums Eberswalde.

Nora Schönherr (Klasse 11e)